Anmerkungen zu meinem Portrait in der WAZ

Das Interview, das ich vor einiger Zeit gegeben habe, ist in dieser Woche im Feuilleton der NRZ und der WAZ erschienen. Damit haben Hunderttausende von Lesern Dinge über mich erfahren, von denen ich bis jetzt nicht weiß, ob ich sie überhaupt hätte mitteilen sollen. Aber vielleicht ist das auch nur die Befangenheit des Interviewten; erste Rückmeldungen sind überwiegend positiv, und niemand hat das Geschriebene als unschicklich empfunden.

Ich habe die arme Maren Schürmann, die mich damals besuchte, aber vielleicht auch zu sehr zugetextet. Es war ihr Glück (oder auch Pech), dass sie das erste Interview mit mir geführt und mich damit in dieser Hinsicht jungfräulich erwischt hat. Denn einige Dinge werde ich in Zukunft anders machen.

Trotzdem hat sie aus dem Wust der Informationen einen Beitrag geformt, in dem tatsächlich sehr viel untergebracht ist. Dabei bleibt es dann natürlich nicht aus, dass die eine oder andere Sache etwas verkürzt rüberkommt und auch missverstanden werden kann. (Das soll jetzt keine Kritik an Frau Schürmann sein. Wenn ich ein Interview, das ich geführt habe, zusammenfasse, mache ich das nicht anders.)

An einer Stelle heißt es, ich hätte Songs für Wiglaf Droste geschrieben. Das ist richtig – und zugleich nicht ganz. Mein damaliger bester Freund in Herford war Gitarrist und hatte eine Rockband gegründet. Als Freund und Wohngemeinschaftsgenosse klimperte ich anfangs auf dem Keyboard etwas mit, jedoch reichten meine Fähigkeiten für ein semiprofessionelles Arbeiten nicht aus. Also verlegte ich mich darauf, deutsche Songtexte für die Band zu schreiben, die anfangs „aeroblitz“, dann „airbreak“ und schließlich „Affaire Vincetti“ hieß.

Herford war damals offenbar eine Talentschmiede. Sänger bei aeroblitz waren sowohl der von mir sehr geschätzte Wiglaf Droste (der auch eigene Texte beisteuerte) als auch der ebenfalls geschätzte Gustav Peter Wöhler, heute einer der bekanntesten deutschen Schauspieler, der mit seiner eigenen Band nach wie vor singt. So kam es, dass beide dann auch mal einen von mir geschriebenen Text aus dem Bandrepertoire vortrugen. Es war aber nicht so, dass Wiglaf mich als Songschreiber nötig gehabt hätte; über das Talent verfügt er selbst in ausreichendem Maß.

Eine zweite Klarstellung: Der Beitrag wird angeteasert mit der Formulierung „der ehemalige Lohnschreiber“. Ja, schön wär’s, aber vom Schreiben kann ich noch lange nicht leben. Jugendbuchautoren sind, von einigen wenigen Ausnahmen, die wir alle kennen, abgesehen, nicht die Großverdiener des Buchgeschäfts. Den größten Teil meiner Zeit verbringe ich nicht mit dem Bücherschreiben, sondern der Arbeit für meine Kunden, ob das nun Agenturen oder Unternehmen sind. Wobei ich betonen möchte, dass insbesondere ein großer Kunde mir nach vielen Jahren der Zusammenarbeit sehr ans Herz gewachsen ist und ich meine Arbeit für ihn sehr gerne mache.

Ein Letztes noch: Es heißt, acht Exposés von mir lägen derzeit bei Verlagen. Tatsächlich sind es sechs; zählt man allerdings meinen ersten Roman „Siebenwelt“ dazu, dessen erster Band ganz und der zweite fast fertig geschrieben sind, so kommt die Zahl schon hin. Leider hat sich bislang noch kein Verlag an Siebenwelt herangetraut, auch wenn mir das Manuskript viele Türen geöffnet hat. Das liegt vielleicht daran, dass Siebenwelt ursprünglich auf sieben Bände angelegt war, und wer lässt sich bei einem Neuling schon darauf ein? Inzwischen bin ich dabei, das Konzept zu einer Trilogie umzuarbeiten.

Insgesamt finde ich aber jetzt, nachdem der Artikel zwei Tage lang von mir verarbeitet worden ist, dass Frau Schürmann ihre Sache sehr gut gemacht hat und sage „Vielen Dank“.

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