Über offene Fragen

Nachdem ich bislang vorwiegend positive Besprechungen für den Arthur bekommen habe, bin ich gestern auf einen Beitrag aus der Leipziger Volkszeitung gestoßen, der so etwas wie einen Verriss darstellt. Er vergleicht mein Buch mit Michael Ende und Walter Moers und kommt zum Schluss, dass meine Story doch einiges zu wünschen übrig lässt.

Zum einen hat sich dem Rezensenten nicht erschlossen, warum die Erwachsenen, die doch mehr Informationen haben als Arthur und Larissa, nicht selbst nach dem Buch der Antworten suchen, sondern die Kinder losschicken. Da kann ich nur sagen: besser hingucken. An mehreren Stellen wird ausgeführt, dass nur ein Bewahrer die Vergessenen Bücher finden kann – und die Erwachsenen verfügen über diese Fähigkeit nicht.

Der zweite Kritikpunkt des Rezensenten lautet, dass nirgendwo geschrieben steht, welche Gefahr denn nun konkret von den Vergessenen Büchern ausgeht. Dieser Einwand ist, zumindest teilweise, durchaus berechtigt. Das liegt zum einen daran, dass die Geschichte der Vergessenen Bücher auf drei Bände angelegt ist, und ich ja auch in den Folgebüchern noch etwas zu enthüllen haben möchte. Zum anderen handelt es sich hier aber um einen grundsätzlichen Meinungsunterschied.

Ich glaube fest daran, dass Bücher nicht alles erklären müssen. Wie auch in der Realität, in der wir leben, nicht alles erklärbar ist. Das macht doch gerade die Faszination des Lebens aus. Wenn alle Rätsel gelöst wären, was würde uns dann noch antreiben? Welcher Raum würde sich dann noch für die Phantasie bieten? Deshalb sind die Beschreibungen der Macht, die in den Vergessenen Büchern verborgen lässt, bewusst vage gehalten. Hier und da wird zwar angedeutet, welche zerstörerische Kraft sie besitzen, aber nie wird das bis ins kleinste Detail erklärt.

Das lässt dem Leser Raum, sich selbst auszumalen, was ein Buch der Antworten oder ein Buch der Finsternis in den falschen Händen bewirken könnte. Und damit selbst zum Geschichtenerfinder zu werden. So kann jeder für sich die Geschichte der Vergessenen Bücher fortschreiben, selbst wenn Arthur und Larissa sich schon längst anderen Aufgaben zugewendet haben.

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