Arthur-Rezension im Buchbote-Blog

Iris Hoffmann schreibt im Bücher-Blog vom Buchboten über Arthur:

„Mit dem Buch “Arthur und die vergessenen Bücher” von Gerd Ruebenstrunk und den überaus schönen schwarz-weiß Illustrationen von Laurence Sartin habe ich die Ehre und das besondere Vergnügen ein echtes Goldstück vorzustellen. Für mich ist es ein sogenanntes Jahrhundertbuch der sehr seltenen Sorte, die man einfach nicht mehr aus der Hand legen kann und sich wünschte, sie würden niemals enden, weil einfach alles stimmig ist.

Die fantastische Geschichte, die Gerd Ruebenstrunk hoffentlich auch noch in einem Nachfolgeband weiterspinnen wird, handelt von Arthur, einem ganz normalen 14jährigen Jungen, der außer Computerspielen und Musik auch noch ein Buchliebhaber geworden ist. Schon sehr früh, im Kindergartenalter, wurde er von seinem Vater oft bei einem befreundeten Buchladenbesitzer, den Arthur den Bücherwurm nennt, abgestellt, da die Eltern kaum Zeit für ihn hatten. Da er sich gut und respektvoll benimmt, darf Arthur in den Ferien im Laden mithelfen und nach ein paar Jahren zeigt ihm der Buchladenbesitzer, mit richtigen Namen Johann Lackmann, auch seine besondere Büchersammlung alter und teilweise sehr wertvoller Bücher im Hinterzimmer und offenbart sich dem Jungen gegenüber als leidenschaftlicher Jäger und Sammler besonderer Bücher, die er – wenn überhaupt – auch nur an andere Buchliebhaber verkauft, wenn diese bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Zitat des Bücherwurms: “Alte Bücher sind keine Ware wie jede andere. Sie sind Zeugen ihrer Zeit. Durch sie hören wir die Stimmen unserer Vorfahren, lernen ihre Gedanken kennen und nehmen an ihrem Leben teil. Deshalb muss man ihnen mit viel Respekt gegenübertreten. Wer zwar Geld hat, aber keinen Respekt, der ist in meinen Augen nicht würdig, sie zu besitzen.” Zitat Ende.

Dem damals gerade erst siebenjährigen Jungen sagt das noch nicht viel und er verbringt in den kommenden Jahren eine unbeschwerte Zeit mit dem Buchhändler und dessen Enkelin Larissa, die ihm mit ihren wissenschaftlich orientierten Experimenten und, ihrer Fähigkeit, jedes Schloß knacken zu können und ganz allgemein mit ihrer Besserwisserei aber auch oft zu großer Vertauensseligkeit ziemlich auf die Nerven geht. Arthur selbst verfügt allerdings auch über eine besondere Gabe: er kann aus tausenden von Büchern immer das richtige herausfinden.

Als Arthur im Alter von vierzehn Jahren wieder einmal in den Ferien bei Lackmann jobt, findet er ihn von einem geheimnisvollen Fremden überfallen und beraubt … und nun beginnt ein außergewöhnlich spannendes Abenteuer für Larissa und Arthur, in dem sie auf ihre Fähigkeiten noch oft zurückgreifen müssen. Der Bücherwurm weiht die beiden nämlich nun notgedrungen in ein sehr altes Geheimnis ein um die sogenannten Vergessenen Bücher aus der einst abgebrannten Bibliothek von Córdoba. 13 Bücher, geschrieben von Magiern, einem alten Volk aus der arabischen Wüste, die von jeweils einem Bewahrer getrennt voneinander an geheimen Orten gehütet und an besonders vertrauenswürdige Personen weitergegeben wurden. Einer dieser Nachfahren der Bewahrer war der Bücherwurm. Hätte man alle Bücher zusammen, verliehe das dem Besitzer unschätzbare Macht. Klar, dass es auch Sucher gibt, die diese Macht an sich reissen wollen und da der Bücherwurm zu alt für die gewaltige Aufgabe des Auffindens und Schutzes der vergessenen Bücher ist, betraut er Arthur und Larissa damit.

Natürlich ist diese Suche nicht ungefährlich und die beiden müssen sich sowohl zusammenraufen, um weiterzukommen und Gefahren zu bestehen, als auch auf moderne heutige Hilfsmittel wie dem Internet zurückgreifen, entscheiden, wem sie vertrauen können und wachsen zunehmend an der außergewöhnlichen Herausforderung. Eine Geschichte, die so spannend und realistisch logisch nachvollziehbar aufgebaut ist, zum Mitdenken, Mitfiebern anregt und dennoch wunderbare fantastische, ja märchenhafte Elemente enthält, von Freundschaft und Verantwortung zu erzählen weiß, findet man wirklich absolut selten.

Meine uneingeschränkte Kauf- und Leseempfehlung des Jahres.“

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