Rezension Arthur bei alliteratus

Astrid van Nahl hat auf der Website www.alliteratus.com, die sich mit Kinder- und Jugendbüchern beschäftigt, diese Rezension zu Arthur geschrieben:

„Ein ungewöhnliches und spannendes Buch, von dem man sich wünscht, es würde eine Fortsetzung geben, auch wenn am Ende sich alles zum Guten gewendet hat. Es ist von allem ein bisschen: ein Abenteuerroman, eine Fantasy-Geschichte, eine Selbstfindung, eine Freundschaftsgeschichte – und vor allen Dingen ein Roman über Bücher und ihre magische Kraft.

Dabei beginnt alles ganz realistisch. Seit er ein kleiner Junge war, liebt Arthur alte Bücher über alles. Das verstärkt sich, als er eines Tages den Buchhändler und Antiquar Johann Lackmann kennenlernt und fortan Stunden und Tage zwischen dessen alten Büchern zubringt, vor allem, da Arthurs Eltern sehr beschäftigt sind und kaum Zeit für den Jungen haben. So wundert es keinen, als eines Tages Lackmann Arthur einen Ferienjob in dem Antiquariat anbietet, verbunden mit der einzigen Auflage, dass er bei ihm auch 2–3 Wochen wohnen muss. Lackmann ist ein leidenschaftlicher Bücherwurm und bald kommt Arthur der Verdacht, dass der Alte sich auf der Suche nach alten kostbaren Exemplaren in dubiose Geschäfte hat verwickeln lassen. Ein Prolog zum Buch, der zunächst nicht ganz in das folgende Geschehen einzuordnen ist, bestärkt den Leser in diesem Verdacht.

Bei Lackmann wohnt dessen Enkelin Larissa, ein Mädchen in Arthurs Alter, das diesem ganz schön auf die Nerven geht. Larissa macht Experimente noch und noch und hält ihm wissenschaftliche Vorträge und knackt jedes Schloss. Noch weiß Arthur nicht, dass ihm das oft das Leben retten wird. Die beiden werden nämlich von Lackmann mit einer gefährlichen Aufgabe betraut: Sie sollen die vergessenen Bücher suchen, deren Besitz seit jeher große Macht verspricht. Damals, im 10. Jahrhundert, als Cordoba zerstört wurde, gelang es den Gelehrten Männern, die gelehrten Bücher in Sicherheit zu bringen und zu verstecken – mit dem Erfolg, dass nun die unterschiedlichsten Personen mit den unterschiedlichsten Motiven auf der Jagd danach sind.

Bald zeigt sich, dass Arthur eine besondere Begabung hat: Unter Tausenden von Büchern vermag er immer das richtige zu entdecken. Das macht ihn interessant nicht nur für Lackmanns Suche nach den rätselhaften Vergessenen Büchern, sondern auch für die, die besessen sind von der Magie dieser Bücher, deren Ziel es ist, die Macht zu besitzen, die diese Bücher dem verleihen, der sie besitzt.

Arthur und Larissa nehmen die Spuren auf und begegnen den unterschiedlichsten Menschen; es ist schwer, zwischen Gut und Böse zu unterscheiden, und die schillernden Charaktere verleihen dem Roman einen ganz besonderen Reiz. Bis zum Schluss weiß man nicht, wer auf welcher Seite steht, wem man trauen kann. Hier gibt es keine Schwarz-Weiß-Malerei, die Figuren sind vielschichtig wie im realen Leben.

Die Suche nach den Büchern führt durch verschiedene Länder und verbindet sich mit unterschiedlichen Gefahren; Larissa und Arthur lernen nicht nur andere Länder und ihre Geschichte kennen, sondern treten gleichsam ein in das Wissen der Welt, das aus Geschriebenem besteht, aber auch aus mündlicher Überlieferung, und als neue Bewahrer versuchen sie zu verhindern, dass die Bücher in die falschen Hände geraten.

Jeder kann in dem Roman schwerpunktmäßig das finden, was ihn am meisten fasziniert: die Welt der großen und gefährlichen Abenteuer, die sich immer mehr vertiefende Freundschaftsgeschichte von Larissa und Arthur, die Entwicklung des Jungen vom unbekümmerten Kind zum verantwortungsbewussten Jugendlichen. Schwache Züge von Fantasie und Märchen – etwa die Gestalt Gerrits, der am Ende verschwindet und dem Mann im Gemälde verblüffend ähnlich sieht – ziehen sich durch die Geschichte, gewinnen aber nicht Oberhand. Eine wunderbare Mischung, die für kontinuierliche Abwechslung sorgt und die Spannung von der ersten bis zur letzten Seite aufrecht erhält.“

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