Edinburgh – der erste Tag

Eine der schönen Seiten des Schreibens der Arthur-Trilogie ist, dass es mir einen wunderbaren Grund liefert, Orte zu besuchen, an denen ich noch nie (oder zuletzt vor langer Zeit) war. Für den ersten Band bin ich nach Amsterdam, Haarlem und Bologna gereist; für den zweiten war ich in Córdoba, Cádiz und Dubrovnik. Und jetzt also Edinburgh.

Es gibt sicher bessere Zeiten als den Februar, um Schottland zu besuchen. Vor allem in einem Winter wie diesem. Der Flug war recht rumpelig, und nach der Landung gab es gleich die erste böse Überraschung: Der Geldautomat am Flughafen wollte meine EC-Karte nicht nehmen. Zum Glück hatte ich heute morgen um sechs Uhr noch ein paar Euros daheim aus dem Automaten gezogen, die ich jetzt zu einem sündhaften Kurs eintauschen musste. (Später habe ich dann noch weitere Automaten in der Stadt ausprobiert, von denen zumindest einer meine Karte akzeptierte.)

Als ich gegen Mittag das Hotel nach dem Einchecken verließ, hatte sich der zuvor blaue Himmel bezogen und es wurde merklich kühler. Im grauen Licht wirkt Edinburgh auf den ersten Blick abweisend und dunkel, wie diese beiden Fotos zeigen:

Edinburgh Castle

Das berühmte Balmoral Hotel

Heute bin ich ohne besonderes Ziel durch die Stadt gelaufen. Ich wollte mir erstmal eine grundlegende Orientierung verschaffen, bevor es morgen an die Arbeit geht. Dabei habe ich etliche Kilometer zurückgelegt.

Was im Stadtzentrum auffällt: Es gibt zahlreiche Geschäfte, die Kilts verkaufen, also Schottenröcke. Zum Teil für Touristen, zum Teil aber auch richtig teuer und maßgeschneidert. Das hier ist ein Touristenladen:

Kilt-Shop für Touristen

Aus dem Laden drang, wie an vielen anderen Stellen auch, Dudelsackmusik auf die Straße. Klar, schließlich sind wir in Schottland. Und siehe da – einer der Dudelsäcke war sogar echt. Hier trotzt der echte Schotte im Kilt der Kälte:

Dudelsackspieler

In schmalen dunklen Treppenaufgängen, die sich zwischen hohen Häusern den Hügel hinaufziehen, hocken in Hauseingänge gedrückt Obdachlose, um sich vor der Kälte zu schützen – wie auch an der noblen Princes Street alle paar Meter Bettler oder Bettlerinnen hocken.

Ansonsten konnte ich die Technik des geduldigen Wartens in der Schlange studieren, die auf der Insel eine Hochform erreicht hat. Und sie funktioniert: Im Supermarkt gab es sechs geöffnete Kassen und davor eine Schlange. Wurde eine Kasse frei, kam der/die Nächste dran. Ich kann bestätigen: Das geht schneller als bei uns in Deutschland. (Dasselbe Prinzip kann man auch an den Bushaltestellen beobachten.) Vordrängeln gilt nicht, und das ist auch gut so.

Nach einem fünfstündigen Marsch habe ich jetzt ein erstes Gefühl für die Stadt entwickelt. Und außerdem habe ich sengende Sohlen und bin müde. Schließlich bin ich seit fünf Uhr morgens auf den Beinen.

Alles Weitere deshalb morgen.

Am Abend

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