Buchmesse Frankfurt 2014

An der Überschrift dieses Beitrags sieht man mal wieder, wie häufig ich mein Blog pflege – nämlich ausgesprochen selten. Kurze Neuigkeiten vermelde ich inzwischen lieber bei Facebook, weil das schneller geht. obwohl ich da auch aktiver sein könnte. Aber irgendwie finde ich nur selten die Zeit dazu.

Nun, wie auch immer, am 12. Oktober habe ich im Paschen Literatursalon auf der Frankfurter Buchmesse meinen neuen Roman „Der Schattensammler“ erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Erschienen ist das Buch ein paar Tage zuvor, war also noch sehr frisch. Hier ein paar Fotos davon:

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Die Lesung fand nachmittags um 15:15 Uhr statt, also bin ich morgens angereist, um mich zuvor noch ein wenig umzusehen. Vor allem hatte ich die Hoffnung, bei den Finnen, die ja Ehrengast der Buchmesse waren, eine kleine Figur von Muminvater und einem Hemul zu finden, wurde aber enttäuscht. Muminbücher gab es zwar jede Menge, aber keine Figuren. Eine nette finnische Betreuerin verwies mich dann ans Internet.

Zu meinem Erstaunen war es nicht so voll wie im vorigen Jahr, zumindest war das mein Eindruck. Bereits bei der Anreise um elf Uhr war die S-Bahn nur wenig gefüllt, und auch auf dem Messegelände habe ich es schon mal voller erlebt. Klar, da, wo es Autogramme gab, drängten sich die Massen, aber ansonsten war der Weg durch die Hallen weniger beschwerlich als sonst.

Nach der ersten Schattensammler-Lesung, die ja nur eine halbe Stunde dauerte, muss ich jetzt die Langversion (90 Minuten) für Schulklassen erstellen, die erstmals bei der Braunschweiger Jugendbuchwoche Premiere haben wird sowie anschließend auf der Münchner Bücherschau. Gute Gründe also, mein Blog weiterhin zu vernachlässigen.

Buchmesse Frankfurt 2013

Vor einigen Tagen habe ich meine Belegexemplare der tschechischen Ausgabe von „Rebellen der Ewigkeit“ erhalten. So sieht das Buch aus:

Die tschechische Ausgabe von "Rebellen der Ewigkeit".

Die tschechische Ausgabe von „Rebellen der Ewigkeit“.

Wie man sieht, hat der tschechische Verlag die Umschlaggestaltung von der deutschen Ausgabe übernommen. Das Buch ist rechtzeitig zur Buchmesse erschienen.

Apropos Buchmesse: Natürlich war ich auch in diesem Jahr wieder in Frankfurt. Am Samstagmittag habe ich auf der neuen Open Stage im Freien gelesen – eine ziemlich frostige Angelegenheit, nicht wegen des Publikums, sondern wegen des Wetters.

Lesung auf der Open Stage der Frankfurter Buchmesse 2013.

Lesung auf der Open Stage der Frankfurter Buchmesse 2013.

Man kann hier schon sehen, dass es recht frisch gewesen ist; da nutzten auch die vereinzelten Heizpilze nicht viel. Aber ich habe mich, wie man oben sieht, warmgetanzt bei meinem kurzen Vortrag aus „Assassino“.

Anschließend habe ich noch Bücher signiert.

Nun, da der Herbst begonnen hat, muss ich nicht nur endlich mein nächstes Buch fertig schreiben, es stehen auch wieder jede Menge Lesungen ins Haus. Aber davon ein anderes Mal mehr.

 

Neues Buch, Lesungen und ein Podcast

Es ist mal wieder Zeit für ein paar Neuigkeiten. Der Sommer neigt sich dem Ende zu, und auch mein neuer Roman wird (hoffentlich) in wenigen Wochen in der Rohfassung fertiggestellt sein. Es ist leider noch nicht die Fortsetzung zu „Assassino“, sondern eine ganz andere Geschichte – eine in sich abgeschlossene. Es müssen ja nicht immer gleich mehrere Bände sein …

Der Bürgerfunk Duisburg hat mich kürzlich zu meinem Roman „Der letzte Zauberlehrling“ interviewt – wer möchte, kann sich den Podcast hier anhören (leider ohne die Musik, die ich für die Pausen ausgesucht hatte).

Am letzten Sonntag habe ich hier in Duisburg auf dem Ruhrorter Kulturmarkt gelesen, eine etwas feuchte und windige Angelegenheit, aber trotzdem sehr gemütlich. Sieht man einmal davon ab, dass während der Lesung nicht nur der örtliche Schützenverein mit lautem Tschingdarassabum um den Platz marschierte und auch sonst die Kulisse nicht gerade leise war, war es eine fast schon private Atmosphäre aufgrund der kleinen Bühne und der Zahl der Besucherinnen und Besucher. Mir hat’s jedenfalls gefallen.

Lesung in Ruhrot am 18. August 2013

Lesung in Ruhrot am 18. August 2013

Kurz vor den Sommerferien hatte ich auch eine Lesung im Gymnasium Adolfinum in Moers. Die sechste Klasse hatte „Arthur und die Vergessenen Bücher“ als Unterrichtsprojekt gelesen und bearbeitet, und der Besuch des Autors war sozusagen die Belohnung dafür. Eine Schülerin hat darüber in einem Beitrag für die Schülerzeitung geschrieben: „Gerd Ruebenstrunk las den Schülern ausgewählte Abschnitte aus seinen Arthur-Romanen vor und begutachtete ausführlich die zuvor von der Klasse erstellten Plakate. Besonders ein Schuhkarton, in dem eine Gruppe die große arabische Wüste Rub‘ al-Khali – einem der zentralen Handlungsorte der Romane – mit tollen Ideen veranschaulicht hatte, hatte es ihm angetan, aber auch die anderen Plakate fand er sehr gelungen.“

Und so war es. Die Schülerinnen und Schüler hatten sich aus unterschiedlicher Sichtweise mit dem ersten Arthur-Band auseinandergesetzt und die Ergebnisse auf Plakaten festgehalten. Dabei hatten sie eine Menge über die Handlungsorte herausgefunden – ein paar Sachen waren selbst mir unbekannt.

Der nächste größere Leseaufschlag ist dann im November in illustrer Gesellschaft bei der 33. Braunschweiger Jugendbuchwoche, wo ich (wie der Name schon sagt) eine ganze Woche lang lesen werde. Bis dahin ist dann hoffentlich auch mein nächstes Buch fertig.

Exklusiv: Zwei unveröffentlichte Kapitel aus „Assassino“

Als Autor schreibt man meistens mehr Text, als hinterher im Buch veröffentlicht wird. So enthielt mein Roman „Assassino“ ursprünglich einen Prolog, mit dem ich allerdings aus verschiedenen Gründen nicht besonders glücklich war. Ich habe daraufhin einen alternativen Prolog geschrieben, bevor ich mich entschlossen habe, dieses Vorkapitel ganz zu streichen.
Weil es vielleicht manche Leserin oder manchen Leser interessiert, was an Text so auf der Strecke bleibt, veröffentliche ich die beiden Versionen des gestrichenen Prolog heute hier im Blog. (Variante 1, Variante 2)
Warum schreiben überhaupt so viele Autoren einen Prolog? Ich glaube, häufig ist das Motiv der Wunsch, die Leser gleich auf den ersten Seiten mit Action zu ködern und danach die eigentliche Geschichte in Ruhe zu entwickeln. Auch beim Film fließt ja oft ein großer Teil des Budgets in die ersten Minuten, um die Zuschauer zu fesseln.
Gerade im Zeitalter des E-Books wird der Anfang immer wichtiger, weil man, zum Beispiel bei Amazon, vor dem Kauf die ersten 10-20 Seiten lesen kann, bevor man sich entscheidet. Wer da ruhig und traditionell anfängt, hat oft schon verloren.
Ich muss gestehen, dass dies auch mein Motiv ist. Den Prolog meines Romans „Rebellen der Ewigkeit“ hätte ich ohne Probleme auch später unterbringen können. Ähnlich ist es bei „Das Wörterbuch des Viktor Vau“. Und so hätte es auch in diesem Fall sein können, aber dann dachte ich, es geht auch ohne.
Mich würde Eure Meinung interessieren: Wenn Ihr den Assassino gelesen habt, meint Ihr, er wäre durch den Prolog bereichert worden oder nicht? Oder umgekehrt: Wenn Ihr ihn nicht kennt, würdet Ihr ihn aufgrund des Prologs lesen wollen?
Eines steht jedenfalls jetzt schon fest: Mein nächster Roman wird ebenfalls ohne Prolog auskommen.

 

Eine Woche in Franken

Fast hätte ich als Überschrift „Eine Woche in Bayern“ gewählt, aber einen Tag vor meiner Reise nach Weißenburg erklärte mir in Leipzig eine empörte Kollegin aus München, das sei ja wohl nicht Bayern, sondern Franken. Bis dahin wusste ich noch nicht, dass die Bayern (also die, die im Bundesland Bayern leben), solche Unterschiede machen, aber dass es wirklich so ist,  wurde mir dann in Weißenburg noch einmal bestätigt.

Weißenburg also. Ein kleines fränkisches Städtchen mit einem wunderschönen alten Stadtkern innerhalb dicker Stadtmauern. Und mit einem schönen Brauch: Einmal im Jahr wird ein Autor (oder eine Autorin) eingeladen, um eine Woche lang im örtlichen Schulzentrum zu lesen, für alle Klassen, von der 5 bis zur 10.

In diesem Jahr kam mir die Ehre zu, und so zuckelte ich dann an einem Sonntag im März von Nürnberg aus mit dem Regionalexpress in die fränkische Provinz, wo ich Unterkunft im „Goldenen Adler“ direkt in der Ortsmitte fand.

Der "Goldene Adler" zu später Stunde - mein Zimmer war im ersten Stock.

Der „Goldene Adler“ zu später Stunde – mein Zimmer war im ersten Stock.

Ich musste nur vor die Tür treten, und schon stand ich vor dem historischen Rathaus der Stadt.

Das alte Rathaus von Weißenburg.

Das alte Rathaus von Weißenburg.

Tja, das war am Abend. Das böse Erwachen kam am nächsten Morgen, und das im wahrsten Wortsinn.  Denn in Weißenburg beginnt die Schule um 7 Uhr 30, was für einen Menschen mit meinem Biorhythmus mitten in der Nacht ist. Um sechs Uhr in der Frühe klingelten also meine drei Wecker, damit ich auf jeden Fall aus dem Bett kam, und um sieben Uhr wurde ich bereits abgeholt.

Um halb sieben morgens war noch nicht viel los.

Um halb sieben morgens war noch nicht viel los.

Hier muss ich ein großes Dankeschön loswerden. Ute Paprotny-Hassan von der Stadtbibliothek Weißenburg hatte nicht nur alles vorzüglich organisiert, sie betreute mich auch rund um die Uhr. Morgens stand sie um sieben Uhr bereit, um mich zur Schule zu fahren, im Auto bereits eine Butterbrezel und eine Thermoskanne Tee für die Stärkung in den kurzen Lesepausen. Außerdem war sie bei allen Lesungen dabei und gab mir hinterher Rückmeldungen, aus denen ich eine Menge gelernt habe.

Aber zurück zur Lesung. Um halb acht ging es also los, immer zwei Klassen, und immer 90 Minuten. Gelesen habe ich aus den Bänden 2 und 3 der Arthur-Trilogie, aus Viktor Vau, aus Rebellen der Ewigkeit und natürlich aus meinem neuen Roman „Assassino“.  Um 12 Uhr 30, nach dreimal 90 Minuten mit wechselnden Altersstufen, war ich dann erst einmal geplättet.

Der Autor bei der Arbeit.

Der Autor bei der Arbeit.

Aber ausgiebiges Mittagsschläfchen war nicht, denn Frau Paprotny-Hassan hatte ein Zusatzprogramm für mich organisiert, das es in sich hatte.  Am Dienstag holte mich der Stadtarchivar zu einem Rundgang ab, der mich nicht nur in das alte Rathaus führte, sondern vor allem in eine alte Bibliothek, die sich in einem Turm der Stadtmauer befindet. Dort durfte ich dann in einigen gut 500 Jahre alten Büchern blättern, die zum Teil handgeschrieben waren, auf jeden Fall aber handkoloriert. Eine dreibändige Erstausgabe der Luther-Bibel mit Illustrationen von Lucas Cranach und ein früher Atlas waren die Highlights. Wann kann man schon mal ein Buch in den Händen halten, das eine Million Euro wert ist?

Am Mittwoch war dann ein Besuch der Festung über der Stadt angesagt. Leider war das Wetter nicht besonders, und auf dem Hügel pfiff der Wind besonders stark. Der fachkundige Führer ließ sich dadurch nicht beeindrucken, sondern führte mich nicht nur auf den höchsten Punkt der Festungsmauer, sondern auch durch die eisig kalten Kasematten mit ihrem Fledermausbehang. Dabei erhielt ich eine lebendige Geschichtslektion und konnte mir gut vorstellen, wie sich hier vor vielen hundert Jahren gelebt haben musste.

Zum Glück war das Café in der Festung geöffnet – und es brannte drinnen ein herrlich warmer Bullerofen, wo wir uns anschließend wieder aufwärmen konnten.

Kultur wird übrigens großgeschrieben in Weißenburg, denn allein im Stadtkern gibt es zwei alt eingesessene Buchhandlungen und außerdem noch einen Weltbild-Laden – für eine so kleine Stadt eine Menge, wie ich finde. Auch die Stadtbibliothek ist ausgesprochen geräumig und gut ausgestattet und führt regelmäßig Lesungen durch. Dazu kommen eine Kulturhalle für Kunstausstellungen, ein Römermuseum und eine außergewöhnliche Kirche mit einem Knick in der Konstruktion, den man einfach gesehen haben muss.

Allen in Weißenburg also nochmal herzlichen Dank. Es war anstrengend, aber auch etwas ganz Besonderes – man könnte fast sagen: ein Arbeitsurlaub. Und ich weiß, ich habe mal wieder viel zu wenig Fotos gemacht …

 

Frankfurter Buchmesse 2012

Ich stelle gerade fest, dass ich sicher nicht der geborene Blogger bin, so lange liegt mein letzter Beitrag schon zurück. Da haben auch alle guten Vorsätze nichts geholfen. Aber ab und zu erinnere ich mich doch daran, dass ich ja irgendwo noch ein Blog habe, und dann raffe ich mich zumindest kurzfristig dazu auf, etwas zu schreiben.

Buchmesse Frankfurt also. Im vorigen Jahr habe ich den Trubel ja gemieden, denn mir gefällt die Leipziger Messe deutlich besser als die in Frankfurt. Diesmal musste ich aber wieder ran, und das aus zwei erfreulichen Gründen:

Am Freitag habe ich David Höwelkröger getroffen, der nicht nur ein begeisterter Leser meiner Bücher ist, sondern mit 16 Jahren bereits selbst mehrere Bücher und Theaterstücke verfasst hat. Und zwar für einen guten Zweck, denn er ist seit vielen Jahren  als Jugendbotschafter des Projekts Broadwood aktiv, das sich für die Inklusion (so heißt das heute ja wohl) junger Menschen mit Handicaps einsetzt und ihnen „durch gemeinsame schöne Freizeiterlebnisse Freude schenken und ihr Selbstbewusstsein stärken“ will.

Wir haben uns dann lange von Autor zu Autor unterhalten und beschlossen, weiter in Kontakt zu bleiben.

Die zweite positive Erfahrung war meine erste Lesung aus „Der letzte Zauberlehrling“, und zwar im Literatursalon von Paschen. Ich war ein wenig nervös vorher, wie immer bei einer ersten Lesung, aber es hat alles ganz gut geklappt, und etliche Zuhörer haben sich anschließend ein Exemplar gekauft und signieren lassen. Einige hatten auch noch einen oder mehrere Arthur-Bände unter dem Arm, in denen ich mich verewigen durfte. 😉

So sah das aus im Paschen Literatursalon

 

So auch

 

Der deklamierende Autor 😉

 

 

Der Lohn der Mühe: endlich Signierstunde

 

In guter Gesellschaft (wie man hinten sieht)

Nun bin ich aber auch froh, dass der Messetrubel vorbei ist. Während der Zauberlehrling hoffentlich die Regale erobert, beginne ich mit der Überarbeitung meines nächsten Romans, der wahrscheinlich im Februar erscheinen wird. Dann in neuer Verlagsgesellschaft, denn arsEdition ist jetzt zusammen mit dem Bloomsbury Jugendbuchverlag, wie die von Euch, die auf der Messe waren, vielleicht gemerkt haben. Da wird ein richtig tolles Gemeinschaftsprogramm entstehen, und ich freue mich, dass ich dabei sein kann.

Ach, und den ersten Arthur-Band gibt es seit einiger Zeit auch auf Türkisch:

Türkische Ausgabe von Arthur Band 1

So, das war’s für heute. Wie immer, nehme ich mir vor, häufiger hier zu bloggen – vielleicht klappt es ja.

 

 

 

 

Ein Wochenende in Göteborg

In Göteborg findet jedes Jahr die Buchmesse Bok & Bibliotek statt, zu der nicht nur alle skandinavischen, sondern auch viele ausländische Verlage anreisen. Im Gegensatz zur Frankfurter Buchmesse ist die Bok eine Messe für Leser: An jedem Messestand können die Bücher, die einen interessieren, direkt gekauft werden, häufig mit einem deutlichen Rabatt gegenüber dem empfohlenen Preis.

Schweden ist ein Land ohne Buchpreisbindung. Über die Vor- und Nachteile wird immer wieder heftig diskutiert, aber fest steht, dass zumindest die Leser davon profitieren, denn sie zahlen weniger für die Bücher. Entsprechend groß war auch der Andrang zur Messe. Die Messegebäude liegen nahe der Innenstadt, sind also gut zu Fuß zu erreichen. Das Wetter war sonnig, wenn auch herbstlich-frisch, und als ich am frühen Nachmittag mit dem Bus vom Flughafen in die Stadt einfuhr, sah ich bereits die langen Schlangen vor den Eingängen.

Nun ist Messe nicht so mein Ding, wenn es denn nicht unbedingt sein muss, und deshalb beschloss ich, mir bei dem schönen Wetter lieber die Stadt anzugucken. Die Durchschnittstemperatur im Sommer beträgt hier nicht mehr als 20 Grad, und so war es kein Wunder, dass an diesem verhältnismäßig milden Herbsttag alle Plätze in den zahlreichen Straßencafés in der Sonne gefüllt waren.

Viel Wasser und Grün in der Innenstadt.

 

Café auf der "Avenue", das nicht ganz so beliebt war, weil im Schatten.

Göteborg ist eine Stadt vom Reißbrett, entworfen von deutschen und niederländischen Architekten. Das merkt man auch. Fast alle Straßen der Innenstadt sind, von ein paar Ausnahmen abgesehen, breit, die Plätze groß, die Gebäude streng und mächtig. Zudem wird die Innenstadt immer wieder von großen Parks unterbrochen. Es ist also keine „gemütliche“ Stadt mit vielen schmalen Gässchen, sondern eher ein Ort zum Promenieren, und sobald die Zahl der Passanten nachlässt, fühlt man sich auf den Boulevards schnell ein wenig verlassen.

Auch an einem schönen Herbsttag sieht die Stadt schnell düster aus.

Lediglich am Ende der „Avenue“, wie die Göteborger ihre breite Haupteinkaufsstraße nennen, entdeckte ich ein paar kleinere Gassen, die aber allesamt unbelebt waren und auch vorwiegend aus Neubauten bestanden.

Gähnende Leere in den Nebenstraßen.

Nach ein paar Stunden bin ich dann zu Fuß in mein Hotel marschiert, das am Rand der Innenstadt in einem Viertel aus Fabrikbauten und Sozialwohnungen lag, nur wenige Meter von der Autobahn entfernt. Mein Fenster ging zum Glück auf eine Nebenstraße.

Der Blick aus meinem Hotelzimmer.

Abends war ich dann noch mit der Mitarbeiterin von arsEdition, die man zu meiner Betreuung „verdonnert“ hatte (sie leitet die Lizenzabteilung des Verlages und hat die Fotos hier gemacht, auf denen ich zu sehen bin – vielen Dank dafür, Frau Schaaf de Lavado) in einem netten Lokal am Wasaplatz essen, der, zumindest nachts, so eine Art Szeneviertel zu sein scheint. Jedenfalls gab es dort etliche Kneipen und Restaurants, und es war reichlich Betrieb auf den Gehwegen. Fast im Minutenabstand ratterten die blau-weißen Straßenbahnen vorbei und spuckten neue Nachtschwärmer aus.

Der Sonntag war dann der Tag meines Auftritts auf der Buchmesse. Die deutschen Verlage, die zur Bonnier-Gruppe gehören, hatten einen Gemeinschaftsstand, in dessen Mitte aus Büchern ein „Kunstwerk“ aufgebaut war, das die deutsche Flagge darstellen sollte.

Vor dem schwarz-rot-goldenen Gebilde am deutschen Bonnier-Stand.

Meine Lesung war für kurz vor Zwölf auf der Bühne von Internationella Torget im ersten Stock angesetzt. Hier war es etwas ruhiger als unten in der Haupthalle, wo an zahlreichen benachbarten Ständen Autoren gegeneinander anlasen. Ich war in der merkwürdigen Situation, ein deutsches Jugendbuch einem erwachsenen schwedischen Publikum auf Englisch vorstellen zu müssen, was mir bei der Vorbereitung einige Kopfschmerzen bereitet hatte.

Bei meinem Vortrag.

Vor Ort schmiss ich dann alle Notizen über Bord und erzählte einfach zwanzig Minuten frei und vielleicht auch ein bisschen ungeordnet von den Geheimnissen der alten europäischen Städte, die Arthur und Larissa erkunden müssen.

Das freie Improvisieren kam ganz gut an.

Anschließend habe ich mir noch die Messe angesehen (sofern ich durch die Massen durchkam), aber meine Freude über die vielen Bücher wurde dadurch getrübt, dass ich leider kein Wort Schwedisch verstehe (außer dem Gruß Hej! und dem Wort für danke: tak).

Weil draußen wieder die Sonne schien, habe ich mir ein schönes Straßencafé gesucht und dann einen Abstecher ins Kunstmuseum gemacht, wo eine Aussstellung von Jan Lööf zu sehen war, einem schwedischen Zeichner, dessen Bücher ich als Kind gern gelesen habe.

Nach einem weiteren ausgiebigen Bummel durch das Wasaviertel mit seinen Galerien und Cafés bestieg ich dann den Bus zurück zum Flughafen – leider zu früh, denn der Flieger nach Düsseldorf hatte zunächst eine Stunde Verspätung, und als wir alle an Bord waren, ließ uns die Flugsicherung nicht starten. Zum Glück waren wir nicht mehr als vierzig Passagiere in einem Airbus, so hatte jeder eine Reihe für sich und das Warten war erträglich.

Um Mitternacht war ich dann wieder zuhause – mit einer neuen Buchidee im Kopf, in der auch Göteborg eine Rolle spielt. Mal sehen, was draus wird …

 

Das Arthur-Spiel

Ich habe mich lange nicht mehr zu Wort gemeldet, aber das hatte einen guten Grund: In den letzten Wochen habe ich mich auf die Überarbeitung meines neuen Romans konzentriert, der im Frühjahr 2012 bei arsEdition erscheinen wird, und daneben das Exposé des folgenden Buches fertiggestellt. Und jetzt habe ich gerade einmal Zeit, mein Blog zu aktualisieren, bevor ich erneut mit dem Schreiben beginne.

Und da gibt es etwas ganz Tolles zu erzählen. Die Klasse 6c des Christoph-Scheiner-Gymnasiums in Ingolstadt hat nämlich im Unterricht den ersten Band der Arthur-Trilogie gelesen. Das allein wäre nicht außergewöhnlich – aber das, was sie anschließend gemacht haben, schon. Die Klasse hat nämlich ein Brettspiel zum Buch entwickelt, das nicht nur toll aussieht, sondern auch von den Regeln her wirklich gut durchdacht ist. Einen ersten Eindruck geben die folgenden Fotos:

Das Spiel

Karton, Spielanleitung, Material – nichts fehlt.

Das Spiel aus einem etwas anderen Blickwinkel

Ein kurzer Einblick in die Regeln des Spiels, wie sie mir die Lehrerin, Franziska Fejfar, mitgeteilt hat: Es spielen zwei Teams (Sucher und Bewahrer) gegeneinander. Ein Spieler agiert als Gerrit – er hat eine Sonderrolle. Die kleinen Kästchen sind Verstecke, unter denen sich Bücher befinden. Aber nur eins davon ist das Buch der Antworten. Wer es findet, hat gewonnen. Auf der Suche muss man Fragen zum Roman beantworten oder Situationen pantomimisch oder zeichnerisch so darstellen, dass das eigene Team sie erraten kann, bevor die Sanduhr abgelaufen ist. Das Glücksrad (oder „Paternoster-Rad“, wie es die Klasse genannt hat) dient dabei dazu, die Art der zu erfüllenden Aufgabe festzulegen.

Bei meinem nächsten Besuch in München werde ich auf jeden Fall einen Abstecher nach Ingolstadt machen, um die Klasse zu besuchen und mir das Spiel anzugucken.

Zum Schluss noch ein kurzer Hinweis auf eine Neuerscheinung: Soeben hat Jacob Weigert in seiner unnachahmlichen Art das Hörbuch zu „Arthur und die Stadt ohne Namen“ eingesprochen, das in diesen Tagen erscheint. Ich habe es zwar noch nicht gehört, aber wenn es so gut wird wie die ersten beiden Hörbücher, dann wird es auf jeden Fall ein Genuss sein.

 

Interviews und Urlaub

In den letzten Wochen habe ich eine Reihe von Interviews aus Anlass des Erscheinens von „Viktor Vau“ gegeben, die tatsächlich alle unterschiedlich ausgefallen sind. Ich hatte mir bei den Arthur-Interviews schon mal überlegt, eine Liste von Standardantworten zu erstellen, aber irgendwie hat das nie geklappt. Das ist vielleicht auch ganz gut so, denn zu meiner eigenen Überraschung stelle ich fest, dass meine Antworten immer unterschiedlich ausfallen und ganz andere Schwerpunkte setzen.

Das aktuellste Interview hat Philipp Schneider für sein Blog Literaturkosmos geführt. Parallel dazu hat er eine Rezension des Buches veröffentlicht.

In gedruckter Form (derzeit noch nicht im Web einsehbar) gibt es ein Interview, das Bernd Jooß für die Zeitschrift phantastisch mit mir geführt hat. Ich kannte das Magazin vorher noch nicht, habe es aber, nachdem ich ein Probeheft gelesen habe, umgehend abonniert. Wer phantastische Literatur in allen Formen mag und darüber gute Texte lesen will, der ist hier genau richtig – und es ist gar nicht mal so teuer.

Auf Youtube gibt es jetzt auch ein Kurzinterview zu „Viktor Vau“, das der Piper Verlag produziert hat. Den Startscreen finde ich allerdings etwas unvorteilhaft … 😉

Meine nächste Lesung aus den „Arthur“-Büchern findet am 6. Juni im Rahmen der 19. Kunst- und Kulturtage in Stadtallendorf statt. Es sind zwar Lesungen in einer Schule, aber Gäste sind durchaus willkommen. Wenige Tage später darf ich dann am 9. Juni in der Bezirksbibliothek in Rheinhausen den Juror beim Wettbewerb „Wer liest, gewinnt“, spielen. Diese Leseförderungs-Aktion für Schüler, die von zahlreichen Unternehmen und Institutionen unterstützt wird, hat originellerweise die deutschen Telefonbuchverlage als Hauptsponsor … 😉

Danach geht es dann in die Sommerpause, zumindest was öffentliche Auftritte betrifft. Arbeit steht genug an, denn bis November muss ich mein nächstes Manuskript fertigstellen für ein Buch, das im kommenden Jahr erscheinen wird. Trotzdem habe ich mir vorgenommen, mir in diesem Jahr endlich mal wieder einen richtigen Sommerurlaub zu gönnen. Mal sehen, ob was draus wird …

Lesung in Barcelona

Gestern Abend bin ich gegen Mitternacht aus Barcelona zurückgekehrt, wo ich an der Deutschen Schule aus den drei Arthur-Bänden und meinem ersten Buch, „Explosion in der Motorenhalle“, gelesen habe. Es war ein sehr beeindruckendes Erlebnis.

Zuerst einmal die Schule selbst. Sie liegt etwas außerhalb des Stadtzentrums auf einer Anhöhe, wo sich die hellen, flachen Schulgebäude an die Steigung schmiegen und einen wunderbaren Blick auf die Berge und die Stadt darunter erlauben. Ich hatte mit einer kleinen Schule gerechnet – aber Pustekuchen. 1.500 Schüler besuchen den Kindergarten und die Schule.  Weiterlesen