Neues Buch, Lesungen und ein Podcast

Es ist mal wieder Zeit für ein paar Neuigkeiten. Der Sommer neigt sich dem Ende zu, und auch mein neuer Roman wird (hoffentlich) in wenigen Wochen in der Rohfassung fertiggestellt sein. Es ist leider noch nicht die Fortsetzung zu „Assassino“, sondern eine ganz andere Geschichte – eine in sich abgeschlossene. Es müssen ja nicht immer gleich mehrere Bände sein …

Der Bürgerfunk Duisburg hat mich kürzlich zu meinem Roman „Der letzte Zauberlehrling“ interviewt – wer möchte, kann sich den Podcast hier anhören (leider ohne die Musik, die ich für die Pausen ausgesucht hatte).

Am letzten Sonntag habe ich hier in Duisburg auf dem Ruhrorter Kulturmarkt gelesen, eine etwas feuchte und windige Angelegenheit, aber trotzdem sehr gemütlich. Sieht man einmal davon ab, dass während der Lesung nicht nur der örtliche Schützenverein mit lautem Tschingdarassabum um den Platz marschierte und auch sonst die Kulisse nicht gerade leise war, war es eine fast schon private Atmosphäre aufgrund der kleinen Bühne und der Zahl der Besucherinnen und Besucher. Mir hat’s jedenfalls gefallen.

Lesung in Ruhrot am 18. August 2013

Lesung in Ruhrot am 18. August 2013

Kurz vor den Sommerferien hatte ich auch eine Lesung im Gymnasium Adolfinum in Moers. Die sechste Klasse hatte „Arthur und die Vergessenen Bücher“ als Unterrichtsprojekt gelesen und bearbeitet, und der Besuch des Autors war sozusagen die Belohnung dafür. Eine Schülerin hat darüber in einem Beitrag für die Schülerzeitung geschrieben: „Gerd Ruebenstrunk las den Schülern ausgewählte Abschnitte aus seinen Arthur-Romanen vor und begutachtete ausführlich die zuvor von der Klasse erstellten Plakate. Besonders ein Schuhkarton, in dem eine Gruppe die große arabische Wüste Rub‘ al-Khali – einem der zentralen Handlungsorte der Romane – mit tollen Ideen veranschaulicht hatte, hatte es ihm angetan, aber auch die anderen Plakate fand er sehr gelungen.“

Und so war es. Die Schülerinnen und Schüler hatten sich aus unterschiedlicher Sichtweise mit dem ersten Arthur-Band auseinandergesetzt und die Ergebnisse auf Plakaten festgehalten. Dabei hatten sie eine Menge über die Handlungsorte herausgefunden – ein paar Sachen waren selbst mir unbekannt.

Hier ein Foto mit einem Teil der Schülerinnen und Schüler – ich sehe leider etwas knurrig aus, aber das täuscht … Die Gesichter der Kinder sind übrigens extra verpixelt.

Nach der Lesung im Adolfinum

Nach der Lesung im Adolfinum

Der nächste größere Leseaufschlag ist dann im November in illustrer Gesellschaft bei der 33. Braunschweiger Jugendbuchwoche, wo ich (wie der Name schon sagt) eine ganze Woche lang lesen werde. Bis dahin ist dann hoffentlich auch mein nächstes Buch fertig.

Eine Woche in Franken

Fast hätte ich als Überschrift „Eine Woche in Bayern“ gewählt, aber einen Tag vor meiner Reise nach Weißenburg erklärte mir in Leipzig eine empörte Kollegin aus München, das sei ja wohl nicht Bayern, sondern Franken. Bis dahin wusste ich noch nicht, dass die Bayern (also die, die im Bundesland Bayern leben), solche Unterschiede machen, aber dass es wirklich so ist,  wurde mir dann in Weißenburg noch einmal bestätigt.

Weißenburg also. Ein kleines fränkisches Städtchen mit einem wunderschönen alten Stadtkern innerhalb dicker Stadtmauern. Und mit einem schönen Brauch: Einmal im Jahr wird ein Autor (oder eine Autorin) eingeladen, um eine Woche lang im örtlichen Schulzentrum zu lesen, für alle Klassen, von der 5 bis zur 10.

In diesem Jahr kam mir die Ehre zu, und so zuckelte ich dann an einem Sonntag im März von Nürnberg aus mit dem Regionalexpress in die fränkische Provinz, wo ich Unterkunft im „Goldenen Adler“ direkt in der Ortsmitte fand.

Der "Goldene Adler" zu später Stunde - mein Zimmer war im ersten Stock.

Der „Goldene Adler“ zu später Stunde – mein Zimmer war im ersten Stock.

Ich musste nur vor die Tür treten, und schon stand ich vor dem historischen Rathaus der Stadt.

Das alte Rathaus von Weißenburg.

Das alte Rathaus von Weißenburg.

Tja, das war am Abend. Das böse Erwachen kam am nächsten Morgen, und das im wahrsten Wortsinn.  Denn in Weißenburg beginnt die Schule um 7 Uhr 30, was für einen Menschen mit meinem Biorhythmus mitten in der Nacht ist. Um sechs Uhr in der Frühe klingelten also meine drei Wecker, damit ich auf jeden Fall aus dem Bett kam, und um sieben Uhr wurde ich bereits abgeholt.

Um halb sieben morgens war noch nicht viel los.

Um halb sieben morgens war noch nicht viel los.

Hier muss ich ein großes Dankeschön loswerden. Ute Paprotny-Hassan von der Stadtbibliothek Weißenburg hatte nicht nur alles vorzüglich organisiert, sie betreute mich auch rund um die Uhr. Morgens stand sie um sieben Uhr bereit, um mich zur Schule zu fahren, im Auto bereits eine Butterbrezel und eine Thermoskanne Tee für die Stärkung in den kurzen Lesepausen. Außerdem war sie bei allen Lesungen dabei und gab mir hinterher Rückmeldungen, aus denen ich eine Menge gelernt habe.

Aber zurück zur Lesung. Um halb acht ging es also los, immer zwei Klassen, und immer 90 Minuten. Gelesen habe ich aus den Bänden 2 und 3 der Arthur-Trilogie, aus Viktor Vau, aus Rebellen der Ewigkeit und natürlich aus meinem neuen Roman „Assassino“.  Um 12 Uhr 30, nach dreimal 90 Minuten mit wechselnden Altersstufen, war ich dann erst einmal geplättet.

Der Autor bei der Arbeit.

Der Autor bei der Arbeit.

Aber ausgiebiges Mittagsschläfchen war nicht, denn Frau Paprotny-Hassan hatte ein Zusatzprogramm für mich organisiert, das es in sich hatte.  Am Dienstag holte mich der Stadtarchivar zu einem Rundgang ab, der mich nicht nur in das alte Rathaus führte, sondern vor allem in eine alte Bibliothek, die sich in einem Turm der Stadtmauer befindet. Dort durfte ich dann in einigen gut 500 Jahre alten Büchern blättern, die zum Teil handgeschrieben waren, auf jeden Fall aber handkoloriert. Eine dreibändige Erstausgabe der Luther-Bibel mit Illustrationen von Lucas Cranach und ein früher Atlas waren die Highlights. Wann kann man schon mal ein Buch in den Händen halten, das eine Million Euro wert ist?

Am Mittwoch war dann ein Besuch der Festung über der Stadt angesagt. Leider war das Wetter nicht besonders, und auf dem Hügel pfiff der Wind besonders stark. Der fachkundige Führer ließ sich dadurch nicht beeindrucken, sondern führte mich nicht nur auf den höchsten Punkt der Festungsmauer, sondern auch durch die eisig kalten Kasematten mit ihrem Fledermausbehang. Dabei erhielt ich eine lebendige Geschichtslektion und konnte mir gut vorstellen, wie sich hier vor vielen hundert Jahren gelebt haben musste.

Zum Glück war das Café in der Festung geöffnet – und es brannte drinnen ein herrlich warmer Bullerofen, wo wir uns anschließend wieder aufwärmen konnten.

Kultur wird übrigens großgeschrieben in Weißenburg, denn allein im Stadtkern gibt es zwei alt eingesessene Buchhandlungen und außerdem noch einen Weltbild-Laden – für eine so kleine Stadt eine Menge, wie ich finde. Auch die Stadtbibliothek ist ausgesprochen geräumig und gut ausgestattet und führt regelmäßig Lesungen durch. Dazu kommen eine Kulturhalle für Kunstausstellungen, ein Römermuseum und eine außergewöhnliche Kirche mit einem Knick in der Konstruktion, den man einfach gesehen haben muss.

Allen in Weißenburg also nochmal herzlichen Dank. Es war anstrengend, aber auch etwas ganz Besonderes – man könnte fast sagen: ein Arbeitsurlaub. Und ich weiß, ich habe mal wieder viel zu wenig Fotos gemacht …

 

Ein Wochenende in Göteborg

In Göteborg findet jedes Jahr die Buchmesse Bok & Bibliotek statt, zu der nicht nur alle skandinavischen, sondern auch viele ausländische Verlage anreisen. Im Gegensatz zur Frankfurter Buchmesse ist die Bok eine Messe für Leser: An jedem Messestand können die Bücher, die einen interessieren, direkt gekauft werden, häufig mit einem deutlichen Rabatt gegenüber dem empfohlenen Preis.

Schweden ist ein Land ohne Buchpreisbindung. Über die Vor- und Nachteile wird immer wieder heftig diskutiert, aber fest steht, dass zumindest die Leser davon profitieren, denn sie zahlen weniger für die Bücher. Entsprechend groß war auch der Andrang zur Messe. Die Messegebäude liegen nahe der Innenstadt, sind also gut zu Fuß zu erreichen. Das Wetter war sonnig, wenn auch herbstlich-frisch, und als ich am frühen Nachmittag mit dem Bus vom Flughafen in die Stadt einfuhr, sah ich bereits die langen Schlangen vor den Eingängen.

Nun ist Messe nicht so mein Ding, wenn es denn nicht unbedingt sein muss, und deshalb beschloss ich, mir bei dem schönen Wetter lieber die Stadt anzugucken. Die Durchschnittstemperatur im Sommer beträgt hier nicht mehr als 20 Grad, und so war es kein Wunder, dass an diesem verhältnismäßig milden Herbsttag alle Plätze in den zahlreichen Straßencafés in der Sonne gefüllt waren.

Viel Wasser und Grün in der Innenstadt.

 

Café auf der "Avenue", das nicht ganz so beliebt war, weil im Schatten.

Göteborg ist eine Stadt vom Reißbrett, entworfen von deutschen und niederländischen Architekten. Das merkt man auch. Fast alle Straßen der Innenstadt sind, von ein paar Ausnahmen abgesehen, breit, die Plätze groß, die Gebäude streng und mächtig. Zudem wird die Innenstadt immer wieder von großen Parks unterbrochen. Es ist also keine „gemütliche“ Stadt mit vielen schmalen Gässchen, sondern eher ein Ort zum Promenieren, und sobald die Zahl der Passanten nachlässt, fühlt man sich auf den Boulevards schnell ein wenig verlassen.

Auch an einem schönen Herbsttag sieht die Stadt schnell düster aus.

Lediglich am Ende der „Avenue“, wie die Göteborger ihre breite Haupteinkaufsstraße nennen, entdeckte ich ein paar kleinere Gassen, die aber allesamt unbelebt waren und auch vorwiegend aus Neubauten bestanden.

Gähnende Leere in den Nebenstraßen.

Nach ein paar Stunden bin ich dann zu Fuß in mein Hotel marschiert, das am Rand der Innenstadt in einem Viertel aus Fabrikbauten und Sozialwohnungen lag, nur wenige Meter von der Autobahn entfernt. Mein Fenster ging zum Glück auf eine Nebenstraße.

Der Blick aus meinem Hotelzimmer.

Abends war ich dann noch mit der Mitarbeiterin von arsEdition, die man zu meiner Betreuung „verdonnert“ hatte (sie leitet die Lizenzabteilung des Verlages und hat die Fotos hier gemacht, auf denen ich zu sehen bin – vielen Dank dafür, Frau Schaaf de Lavado) in einem netten Lokal am Wasaplatz essen, der, zumindest nachts, so eine Art Szeneviertel zu sein scheint. Jedenfalls gab es dort etliche Kneipen und Restaurants, und es war reichlich Betrieb auf den Gehwegen. Fast im Minutenabstand ratterten die blau-weißen Straßenbahnen vorbei und spuckten neue Nachtschwärmer aus.

Der Sonntag war dann der Tag meines Auftritts auf der Buchmesse. Die deutschen Verlage, die zur Bonnier-Gruppe gehören, hatten einen Gemeinschaftsstand, in dessen Mitte aus Büchern ein „Kunstwerk“ aufgebaut war, das die deutsche Flagge darstellen sollte.

Vor dem schwarz-rot-goldenen Gebilde am deutschen Bonnier-Stand.

Meine Lesung war für kurz vor Zwölf auf der Bühne von Internationella Torget im ersten Stock angesetzt. Hier war es etwas ruhiger als unten in der Haupthalle, wo an zahlreichen benachbarten Ständen Autoren gegeneinander anlasen. Ich war in der merkwürdigen Situation, ein deutsches Jugendbuch einem erwachsenen schwedischen Publikum auf Englisch vorstellen zu müssen, was mir bei der Vorbereitung einige Kopfschmerzen bereitet hatte.

Bei meinem Vortrag.

Vor Ort schmiss ich dann alle Notizen über Bord und erzählte einfach zwanzig Minuten frei und vielleicht auch ein bisschen ungeordnet von den Geheimnissen der alten europäischen Städte, die Arthur und Larissa erkunden müssen.

Das freie Improvisieren kam ganz gut an.

Anschließend habe ich mir noch die Messe angesehen (sofern ich durch die Massen durchkam), aber meine Freude über die vielen Bücher wurde dadurch getrübt, dass ich leider kein Wort Schwedisch verstehe (außer dem Gruß Hej! und dem Wort für danke: tak).

Weil draußen wieder die Sonne schien, habe ich mir ein schönes Straßencafé gesucht und dann einen Abstecher ins Kunstmuseum gemacht, wo eine Aussstellung von Jan Lööf zu sehen war, einem schwedischen Zeichner, dessen Bücher ich als Kind gern gelesen habe.

Nach einem weiteren ausgiebigen Bummel durch das Wasaviertel mit seinen Galerien und Cafés bestieg ich dann den Bus zurück zum Flughafen – leider zu früh, denn der Flieger nach Düsseldorf hatte zunächst eine Stunde Verspätung, und als wir alle an Bord waren, ließ uns die Flugsicherung nicht starten. Zum Glück waren wir nicht mehr als vierzig Passagiere in einem Airbus, so hatte jeder eine Reihe für sich und das Warten war erträglich.

Um Mitternacht war ich dann wieder zuhause – mit einer neuen Buchidee im Kopf, in der auch Göteborg eine Rolle spielt. Mal sehen, was draus wird …

 

Das Arthur-Spiel

Ich habe mich lange nicht mehr zu Wort gemeldet, aber das hatte einen guten Grund: In den letzten Wochen habe ich mich auf die Überarbeitung meines neuen Romans konzentriert, der im Frühjahr 2012 bei arsEdition erscheinen wird, und daneben das Exposé des folgenden Buches fertiggestellt. Und jetzt habe ich gerade einmal Zeit, mein Blog zu aktualisieren, bevor ich erneut mit dem Schreiben beginne.

Und da gibt es etwas ganz Tolles zu erzählen. Die Klasse 6c des Christoph-Scheiner-Gymnasiums in Ingolstadt hat nämlich im Unterricht den ersten Band der Arthur-Trilogie gelesen. Das allein wäre nicht außergewöhnlich – aber das, was sie anschließend gemacht haben, schon. Die Klasse hat nämlich ein Brettspiel zum Buch entwickelt, das nicht nur toll aussieht, sondern auch von den Regeln her wirklich gut durchdacht ist. Einen ersten Eindruck geben die folgenden Fotos:

Das Spiel

Karton, Spielanleitung, Material - nichts fehlt.

Das Spiel aus einem etwas anderen Blickwinkel

Die Spielerfinder. die Klasse 6c

Ein kurzer Einblick in die Regeln des Spiels, wie sie mir die Lehrerin, Franziska Fejfar, mitgeteilt hat: Es spielen zwei Teams (Sucher und Bewahrer) gegeneinander. Ein Spieler agiert als Gerrit – er hat eine Sonderrolle. Die kleinen Kästchen sind Verstecke, unter denen sich Bücher befinden. Aber nur eins davon ist das Buch der Antworten. Wer es findet, hat gewonnen. Auf der Suche muss man Fragen zum Roman beantworten oder Situationen pantomimisch oder zeichnerisch so darstellen, dass das eigene Team sie erraten kann, bevor die Sanduhr abgelaufen ist. Das Glücksrad (oder „Paternoster-Rad“, wie es die Klasse genannt hat) dient dabei dazu, die Art der zu erfüllenden Aufgabe festzulegen.

Bei meinem nächsten Besuch in München werde ich auf jeden Fall einen Abstecher nach Ingolstadt machen, um die Klasse zu besuchen und mir das Spiel anzugucken.

Zum Schluss noch ein kurzer Hinweis auf eine Neuerscheinung: Soeben hat Jacob Weigert in seiner unnachahmlichen Art das Hörbuch zu „Arthur und die Stadt ohne Namen“ eingesprochen, das in diesen Tagen erscheint. Ich habe es zwar noch nicht gehört, aber wenn es so gut wird wie die ersten beiden Hörbücher, dann wird es auf jeden Fall ein Genuss sein.

 

Lesung in Barcelona

Gestern Abend bin ich gegen Mitternacht aus Barcelona zurückgekehrt, wo ich an der Deutschen Schule aus den drei Arthur-Bänden und meinem ersten Buch, „Explosion in der Motorenhalle“, gelesen habe. Es war ein sehr beeindruckendes Erlebnis.

Zuerst einmal die Schule selbst. Sie liegt etwas außerhalb des Stadtzentrums auf einer Anhöhe, wo sich die hellen, flachen Schulgebäude an die Steigung schmiegen und einen wunderbaren Blick auf die Berge und die Stadt darunter erlauben. Ich hatte mit einer kleinen Schule gerechnet – aber Pustekuchen. 1.500 Schüler besuchen den Kindergarten und die Schule.  Weiterlesen

Nachtrag zur Buchmesse Leipzig

Gerade gefunden: Das Interview bei MDR Figarino und die kurze Lesung aus „Arthur und die Stadt ohne Namen“ sind jetzt auch online abrufbar. Klickst du hier.

Das kleine Video, das Christian Handel von Darkstar Fantasy News mit mir gedreht hat, gibt’s jetzt ebenfalls auf YouTube:

Blogtour mit Viktor Vau

Nach der Messe ist vor der Messe. 😉 In den letzten 10 Tagen war ich, abgesehen von meiner Lesung bei der LitCologne (über die Nina einen netten Beitrag im Blog von Lovelybooks geschrieben hat), damit beschäftigt, die Blogtour von „Das Wörterbuch des Viktor Vau“ zu begleiten.

Bei Piper Fantasy nähert sich gerade die Leserunde ihrem Ende. Es gab eine Reihe interessanter Kommentare und Anregungen, und natürlich wurden auch ein paar Fehler gefunden, die in der nächsten Auflage getilgt werden.

Bei Darkstar Fantasy News gibt es ein Interview mit mir zu sehen, ein Video, eine Rezension und und und … Aktuelle Station ist Legimus, wo mit einem weiteren Interview mit mir (aber mit anderen Fragen) eröffnet wurde. Außerdem gibt es dort etwas, was ich sehr interessant finde, nämlich „Charakterbögen“ zu den Hauptpersonen des Romans.

Danach ist, so weit ich weiß, erst einmal Schluss mit der virtuellen Tournee, was mir auch ganz gelegen kommt. Allerdings trudeln immer wieder Interviewwünsche ein. Sean O’Connell, seines Zeichens selbst Autor, hat eins auf seinem Blog „Wortwellen“ veröffentlicht; weitere werden folgen. Mir ist die kleine Atempause ganz recht, denn ich bin derzeit voll ins Schreiben meines nächsten Romans vertieft und brauche dafür jeden Tag.

Wer übrigens nach weiteren Rezensionen von „Viktor Vau“ sucht, der wird bei Lovelybooks fündig; es sind bereits fünf an der Zahl.

Mein Bericht von der Leipziger Buchmesse

So, die Leipziger Buchmesse liegt hinter mir. Zwei Tage, vollgepackt von früh bis spät mit Lesungen, Begegnungen, Interviews und Gesprächen.

Nachdem am Mittwochabend das Klima noch einigermaßen erträglich war, begann es am Donnerstag zu regnen und es wurde richtig kalt. Also genau das richtige Wetter für einen Tag in den Messehallen. Der Tag fing mit einer Lesung im Brockhaus-Gymnasium an. Es war meine Premierenlesung aus „Arthur und die Stadt ohne Namen“. In der Aula war alles perfekt vorbereitet; es gab sogar einen eigenen Tonfachmann für die Lautsprecheranlage und mein drahtloses Mikrofon. Wie zu erwarten bei einer ersten Lesung, gab es ein paar kleine Hänger, aber insgesamt verlief alles reibungslos und die Schüler nutzten anschließend die Gelegenheit, um mich ausgiebig zu löchern. Zum ersten Mal kamen auch die neuen Autogrammkarten zum Einsatz, die arsEdition hatte anfertigen lassen.  Weiterlesen

Was heißt Kapitelplan auf Spanisch?

Soeben habe ich mich sehr, sehr gefreut, denn ich habe die Videorezension von Sven Matthias zum dritten Band der Arthur-Trilogie gesehen. Wie auch schon bei Band 1 und 2, ist das eine sehr liebevolle und wohlwollende Besprechung, und dafür möchte ich mich ganz herzlich bedanken.

Inzwischen ist auch das Hörbuch zu „Arthur und der Botschafter der Schatten“ erschienen. Dazu kann ich allerdings noch nicht viel sagen, denn ich habe meine Belegexemplare bislang nicht erhalten. Dass ich mit Jacob Weigert als Sprecher sehr zufrieden bin, habe ich ja bereits geschrieben. Besonders schön finde ich, wie er den einzelnen Charakteren eine unverwechselbare Stimme verleiht. Unter dem Link oben gibt es auch eine Hörprobe.

Zur Ankurbelung meiner grauen Zellen und als Vorbereitung auf ein Buch, das ich demnächst einmal schreiben möchte, habe ich in dieser Woche mit einem Intensivkurs Spanisch begonnen. Ich habe ja vor knapp zehn Jahren einmal eine Weile in Palma de Mallorca gelebt und war damals schon recht flüssig im alltäglichen Spanisch, aber die lange Zeit des Nicht-Übens seitdem hat Vieles verschüttet. Jetzt hoffe ich, dass das damals Gelernte flink wieder zum Vorschein kommt, damit ich nicht ganz so viel büffeln muss …

Ansonsten wühle ich mich durch den Kapitelplan meines nächsten Buches und schaue mit Bewunderung auf die AutorenkollegInnen, die einfach drauflos schreiben können. Bei mir funktioniert das seit einiger Zeit nicht mehr, ich muss vorher die Struktur haben. Leider ist das so, dass man, je tiefer man sich reinarbeitet, um so mehr logische Fehler findet. Dann heißt es zurück zum Anfang und korrigieren, bis es passt. Spring hin, spring her, Kapitel umstellen, neues Kapitel einfügen – und auf einmal stellt man fest, dass das, was man eigentlich schon für fertig gehalten hat, noch gar nicht rund ist. Ist bei Drauflosschreibern wahrscheinlich auch nicht anders, da muss man dann nur mehr umschreiben. Und weil ich ein fauler Mensch bin, bleib ich dann doch lieber beim Kapitelplan. (Was heißt das eigentlich auf Spanisch?)

Die nächsten Monate

So langsam trudeln die ersten Rezensionen zu „Arthur und die Stadt ohne Namen“ ein, und erfreulicherweise sind sie bislang überwiegend positiv. Für mich heißt es jetzt, sich auf die erste Lesung aus Band 3 vorzubereiten, die im März auf der Leipziger Buchmesse stattfinden wird.

Ebenfalls auf der Buchmesse findet auch die Premierenlesung aus „Das Wörterbuch des Viktor Vau“ statt. Ein paar erste Props habe ich mir zwar besorgt, aber ich rätsele noch immer, wie ich die Lesung am besten aufbauen soll. Ein erstes Interview zu dem Buch habe ich bereits gegeben, das demnächst in „phantastisch!“ erscheinen wird. In drei Wochen folgt ein Videointerview mit Andrea Kossmann, vor dem ich noch gehörig Bammel habe.

Eine schöne Nachricht ist, dass ich zu einer Lesung in Barcelona eingeladen worden bin, und zwar im Mai, wenn es schon etwas wärmer sein dürfte. Da werde ich an der Deutschen Schule gleich aus drei Büchern lesen, jeweils für unterschiedliche Klassenstufen. Das wird das erste Mal, dass ich drei Lesungen nacheinander habe – anschließend kann man mich wahrscheinlich den Rest des Tages erschlafft in einer Bar am Meer finden …

Bis dahin wird dann hoffentlich auch mein aktuelles Buch abgeschlossen sein, an dem ich mich derzeit abrackere. Deshalb komme ich auch nicht mehr so viel zum Lesen, wie ich gerne möchte. Dabei ist mein SUB noch ziemlich hoch … Gerade arbeite ich mich noch einmal durch die gesammelten Werke von Georges Simenon, vor allem seine Nicht-Maigret-Romane, und wünsche mir jedesmal, auch so schreiben zu können, mit so wenigen Worten eine ganz gewisse Stimmung hervorzurufen, die man nahezu körperlich spüren kann.

So, und jetzt scheint zum ersten Mal seit gefühlten drei Monaten die Sonne. Da werde ich mich ganz schnell zu einem Spaziergang aufmachen …