Buchmesse Frankfurt 2013

Vor einigen Tagen habe ich meine Belegexemplare der tschechischen Ausgabe von „Rebellen der Ewigkeit“ erhalten. So sieht das Buch aus:

Die tschechische Ausgabe von "Rebellen der Ewigkeit".

Die tschechische Ausgabe von „Rebellen der Ewigkeit“.

Wie man sieht, hat der tschechische Verlag die Umschlaggestaltung von der deutschen Ausgabe übernommen. Das Buch ist rechtzeitig zur Buchmesse erschienen.

Apropos Buchmesse: Natürlich war ich auch in diesem Jahr wieder in Frankfurt. Am Samstagmittag habe ich auf der neuen Open Stage im Freien gelesen – eine ziemlich frostige Angelegenheit, nicht wegen des Publikums, sondern wegen des Wetters.

Lesung auf der Open Stage der Frankfurter Buchmesse 2013.

Lesung auf der Open Stage der Frankfurter Buchmesse 2013.

Man kann hier schon sehen, dass es recht frisch gewesen ist; da nutzten auch die vereinzelten Heizpilze nicht viel. Aber ich habe mich, wie man oben sieht, warmgetanzt bei meinem kurzen Vortrag aus „Assassino“.

Anschließend habe ich noch Bücher signiert.

Nun, da der Herbst begonnen hat, muss ich nicht nur endlich mein nächstes Buch fertig schreiben, es stehen auch wieder jede Menge Lesungen ins Haus. Aber davon ein anderes Mal mehr.

 

Signierstunde in Duisburg

Am Samstag, den 15. Juni, werde ich von 12 bis 15 Uhr in der Buchhandlung Scheuermann in Duisburg am Sonnenwall für Fragen zur Verfügung stehen, Bücher signieren (in erster Linie meinen neuen Roman „Assassino“, der direkt käuflich erworben werden kann – ist schließlich eine Buchhandlung) und gerne auch Autogrammkarten, falls jemand nicht unbedingt ein Buch mitbringen oder kaufen will. Wer also in der Nähe wohnt und Zeit hat, kann gerne vorbeikommen.

Exklusiv: Zwei unveröffentlichte Kapitel aus „Assassino“

Als Autor schreibt man meistens mehr Text, als hinterher im Buch veröffentlicht wird. So enthielt mein Roman „Assassino“ ursprünglich einen Prolog, mit dem ich allerdings aus verschiedenen Gründen nicht besonders glücklich war. Ich habe daraufhin einen alternativen Prolog geschrieben, bevor ich mich entschlossen habe, dieses Vorkapitel ganz zu streichen.
Weil es vielleicht manche Leserin oder manchen Leser interessiert, was an Text so auf der Strecke bleibt, veröffentliche ich die beiden Versionen des gestrichenen Prolog heute hier im Blog. (Variante 1, Variante 2)
Warum schreiben überhaupt so viele Autoren einen Prolog? Ich glaube, häufig ist das Motiv der Wunsch, die Leser gleich auf den ersten Seiten mit Action zu ködern und danach die eigentliche Geschichte in Ruhe zu entwickeln. Auch beim Film fließt ja oft ein großer Teil des Budgets in die ersten Minuten, um die Zuschauer zu fesseln.
Gerade im Zeitalter des E-Books wird der Anfang immer wichtiger, weil man, zum Beispiel bei Amazon, vor dem Kauf die ersten 10-20 Seiten lesen kann, bevor man sich entscheidet. Wer da ruhig und traditionell anfängt, hat oft schon verloren.
Ich muss gestehen, dass dies auch mein Motiv ist. Den Prolog meines Romans „Rebellen der Ewigkeit“ hätte ich ohne Probleme auch später unterbringen können. Ähnlich ist es bei „Das Wörterbuch des Viktor Vau“. Und so hätte es auch in diesem Fall sein können, aber dann dachte ich, es geht auch ohne.
Mich würde Eure Meinung interessieren: Wenn Ihr den Assassino gelesen habt, meint Ihr, er wäre durch den Prolog bereichert worden oder nicht? Oder umgekehrt: Wenn Ihr ihn nicht kennt, würdet Ihr ihn aufgrund des Prologs lesen wollen?
Eines steht jedenfalls jetzt schon fest: Mein nächster Roman wird ebenfalls ohne Prolog auskommen.

 

Eine Woche in Franken

Fast hätte ich als Überschrift „Eine Woche in Bayern“ gewählt, aber einen Tag vor meiner Reise nach Weißenburg erklärte mir in Leipzig eine empörte Kollegin aus München, das sei ja wohl nicht Bayern, sondern Franken. Bis dahin wusste ich noch nicht, dass die Bayern (also die, die im Bundesland Bayern leben), solche Unterschiede machen, aber dass es wirklich so ist,  wurde mir dann in Weißenburg noch einmal bestätigt.

Weißenburg also. Ein kleines fränkisches Städtchen mit einem wunderschönen alten Stadtkern innerhalb dicker Stadtmauern. Und mit einem schönen Brauch: Einmal im Jahr wird ein Autor (oder eine Autorin) eingeladen, um eine Woche lang im örtlichen Schulzentrum zu lesen, für alle Klassen, von der 5 bis zur 10.

In diesem Jahr kam mir die Ehre zu, und so zuckelte ich dann an einem Sonntag im März von Nürnberg aus mit dem Regionalexpress in die fränkische Provinz, wo ich Unterkunft im „Goldenen Adler“ direkt in der Ortsmitte fand.

Der "Goldene Adler" zu später Stunde - mein Zimmer war im ersten Stock.

Der „Goldene Adler“ zu später Stunde – mein Zimmer war im ersten Stock.

Ich musste nur vor die Tür treten, und schon stand ich vor dem historischen Rathaus der Stadt.

Das alte Rathaus von Weißenburg.

Das alte Rathaus von Weißenburg.

Tja, das war am Abend. Das böse Erwachen kam am nächsten Morgen, und das im wahrsten Wortsinn.  Denn in Weißenburg beginnt die Schule um 7 Uhr 30, was für einen Menschen mit meinem Biorhythmus mitten in der Nacht ist. Um sechs Uhr in der Frühe klingelten also meine drei Wecker, damit ich auf jeden Fall aus dem Bett kam, und um sieben Uhr wurde ich bereits abgeholt.

Um halb sieben morgens war noch nicht viel los.

Um halb sieben morgens war noch nicht viel los.

Hier muss ich ein großes Dankeschön loswerden. Ute Paprotny-Hassan von der Stadtbibliothek Weißenburg hatte nicht nur alles vorzüglich organisiert, sie betreute mich auch rund um die Uhr. Morgens stand sie um sieben Uhr bereit, um mich zur Schule zu fahren, im Auto bereits eine Butterbrezel und eine Thermoskanne Tee für die Stärkung in den kurzen Lesepausen. Außerdem war sie bei allen Lesungen dabei und gab mir hinterher Rückmeldungen, aus denen ich eine Menge gelernt habe.

Aber zurück zur Lesung. Um halb acht ging es also los, immer zwei Klassen, und immer 90 Minuten. Gelesen habe ich aus den Bänden 2 und 3 der Arthur-Trilogie, aus Viktor Vau, aus Rebellen der Ewigkeit und natürlich aus meinem neuen Roman „Assassino“.  Um 12 Uhr 30, nach dreimal 90 Minuten mit wechselnden Altersstufen, war ich dann erst einmal geplättet.

Der Autor bei der Arbeit.

Der Autor bei der Arbeit.

Aber ausgiebiges Mittagsschläfchen war nicht, denn Frau Paprotny-Hassan hatte ein Zusatzprogramm für mich organisiert, das es in sich hatte.  Am Dienstag holte mich der Stadtarchivar zu einem Rundgang ab, der mich nicht nur in das alte Rathaus führte, sondern vor allem in eine alte Bibliothek, die sich in einem Turm der Stadtmauer befindet. Dort durfte ich dann in einigen gut 500 Jahre alten Büchern blättern, die zum Teil handgeschrieben waren, auf jeden Fall aber handkoloriert. Eine dreibändige Erstausgabe der Luther-Bibel mit Illustrationen von Lucas Cranach und ein früher Atlas waren die Highlights. Wann kann man schon mal ein Buch in den Händen halten, das eine Million Euro wert ist?

Am Mittwoch war dann ein Besuch der Festung über der Stadt angesagt. Leider war das Wetter nicht besonders, und auf dem Hügel pfiff der Wind besonders stark. Der fachkundige Führer ließ sich dadurch nicht beeindrucken, sondern führte mich nicht nur auf den höchsten Punkt der Festungsmauer, sondern auch durch die eisig kalten Kasematten mit ihrem Fledermausbehang. Dabei erhielt ich eine lebendige Geschichtslektion und konnte mir gut vorstellen, wie sich hier vor vielen hundert Jahren gelebt haben musste.

Zum Glück war das Café in der Festung geöffnet – und es brannte drinnen ein herrlich warmer Bullerofen, wo wir uns anschließend wieder aufwärmen konnten.

Kultur wird übrigens großgeschrieben in Weißenburg, denn allein im Stadtkern gibt es zwei alt eingesessene Buchhandlungen und außerdem noch einen Weltbild-Laden – für eine so kleine Stadt eine Menge, wie ich finde. Auch die Stadtbibliothek ist ausgesprochen geräumig und gut ausgestattet und führt regelmäßig Lesungen durch. Dazu kommen eine Kulturhalle für Kunstausstellungen, ein Römermuseum und eine außergewöhnliche Kirche mit einem Knick in der Konstruktion, den man einfach gesehen haben muss.

Allen in Weißenburg also nochmal herzlichen Dank. Es war anstrengend, aber auch etwas ganz Besonderes – man könnte fast sagen: ein Arbeitsurlaub. Und ich weiß, ich habe mal wieder viel zu wenig Fotos gemacht …

 

Premierenlesung „Assassino“

Am 1. März habe ich auf der von Stefanie Leo organisierten Wohnzimmerlesung meinen neuen Roman „Assassino“ zum ersten Mal der Öffentlichkeit vorgestellt. Eine Lesung in so ungewöhnlicher Atmosphäre war auch für mich eine Premiere. Familie Leo räumt dafür einmal im Monat das Wohnzimmer aus und schafft Platz für etwa 30 Gäste, die sich vorher mit einem Prosecco und nachher mit kleinen Häppchen stärken können.

Da waren die Häppchen noch vollzählig ...

Da waren die Häppchen noch vollzählig …

Im roten Ohrensessel

Im roten Ohrensessel

Eine Premiere war es auch, weil dies ihre (und auch meine) erste Lesung war, die live ins Netz gestreamt wurde. Die ersten neun Minuten könnt Ihr übrigens gut überspringen, weil ich da nur dumm gucke und darauf warte, dass es endlich losgeht. 😉

Ich war, wie üblich bei der ersten Lesung aus einem neuen Buch, ziemlich nervös, was man mir hoffentlich nicht angemerkt hat. Es dauert immer drei oder vier Lesungen, bis ich die optimale Textzusammenstellung gefunden und mich eingelesen habe. Stefanies Gäste waren also in diesem Fall meine Versuchskaninchen.
Hinzu kommt, dass Spoiler natürlich unerwünscht sind, und bei einer Geschichte, in der nichts so ist, wie es scheint, ist das natürlich nicht so einfach.

Der Autor bei der Arbeit

Der Autor bei der Arbeit

Das Ganze hat aber besser geklappt, als ich zuvor befürchtet habe, und das Publikum schien auch zufrieden zu sein. Jedenfalls ging es schon auf Mitternacht zu, als wir aufbrachen.
Alexander Rupprecht, vielen besser bekannt als readeralex, hat vorher ein Interview mit mir geführt und einen Bericht über die Lesung verfasst.
Mehr über „Assassino“ erfahrt Ihr an dieser Stelle.